RSWE e.V. > allgemein > Aktivitäten
von Thomas Mattusch
In den ersten 4 Monaten des Jahres 2011 konnten wir bei den Fahrzeugen wegen des harten Winters nur kleinere Arbeiten ausführen, wie z.B. das Abschleifen von Lampenhaltern für den Laubfrosch, außerdem wurde die Innenraumleuchte für die Kö 1 lackiert. Im Januar konnte Gerd die Lampen für die Kö 1 herrichten.
Außerdem konnten wir unseren „Werkstattraum“ leicht umgestalten, dank angepasster Regale haben wir zusätzlichen Platz geschaffen.
Sorgen machte mir Wolfgang im Januar, als er eine Palette auf seinen Bagger wuchtete. Ich vermutete, dass er hier den Sitz für seine Silvia bastelte, um so die verspätete Hochzeitsreise zu den Sennebogen-Werken in Straubing nachzuholen
Schließlich hatte ich ihm die DVD „Lanz-Leo“ geborgt, in welcher die Fahrt mit einem Lanz nach Italien in Begleitung seiner EX-Frau Traudel beschrieben wurde.
Nein, dem war nicht so, er wusste, daß der Bagger mit Sicherheit das erste Halbjahr nicht benutzt würde, musste er doch wegen seiner Krankheit zu einem längeren Krankenhausaufenthalt einrücken und beugte natürlich dem Rost vor.
Am Samstag, den 25.2. waren Jürgen, Hans und ich nach Bach aufgebrochen, hier hatten wir den halben Wagenkasten aus Walhallabahn-Erstausstattung besichtigt und dessen mögliche Bergung besprochen. Diese ist nicht einfach, zum einen fehlt diesem „Fragment“ der stützende Unterrahmen, außerdem wurde dieser Wagenkasten bereits Mitte der 30er Jahre auf das Plateau in einem Weinberg transportiert, und 75 Jahre Vegetation erschweren natürlich den Rücktransport dieses sehr interessanten Stückes. Aber alle Probleme kann man lösen, und so gingen wir an die Vorarbeiten.
Zum einen wurden am Freitag, den 8.4.2011 Balken aus unserem Holzlager gezogen und im Nachgang mittels Kettensäge auf Länge gebracht sowie schräg abgeschnitten. Grund ist ein Plan, den Kasten auf einen massiven Holzschlitten die 45°-Schräge mittels Rückewinde hinauf zu ziehen. Der gesamte Holzbaukasten für den Schlitten wurde im Anschluss in meinen „Neuen und alten Zuhause“ ,in Obertraubling, zwischengelagert.
Am Samstag, den 7.5.2011 waren Jürgen, Jürgens Sprössling Tobias, Tom und ich aufgebrochen, um erste Bergungsmaßnahme in Bach durchzuführen. Während ich mich um das Bekämpfen des zahlreichen Grünzeugs kümmerte, deckte der Rest der Mannschaft das „provisorische“ Dach aus Dachziegel ab, das immerhin 75 Jahre dicht gehalten hat. Außerdem konnten wir die wichtigsten Teile, wie z.B. die Balken für den Schlitten, im Wagenkasten hinterlegen.
Tom war unter der Woche auch nicht untätig, er lieferte die schon lange versprochene Fernsprechbude seines Arbeitskollegen bei mir in der Arbeit ab, war doch das Aufladen zu zweit schon mühsam. Dank Stapler war das Abladen natürlich kein Problem. Mein Plan war, das Gehäuse mittels Schlepper und Hänger in den Verein zu transportieren und mit dem Frontlader abzuladen,
Nachdem ich aber mein Gespann einem Arbeitskollegen verliehen hatte, war ich am 11.5. zum Verein aufgebrochen, um den PKW-Anhänger, beladen mit der liegenden Fernsprechbude, zu hinterstellen.
Am folgenden Freitag, den 13.5.11 hatte ich Urlaub und so nutzte ich die Zeit, in unserem „Hinterstellgleis“ beim Pöppel den Grünwuchs zu bekämpfen, war doch für die nächsten Tage die Überführung der Wohn-Schlafwagen angesagt und hier fehlte einfach die Gleislänge. Nach zweimaligen Nachtanken des Freischneiders konnte ich zumindest 20 m freies Gleis im ehemaligen „Haneder-Anschluss“ finden, außerdem wurde das lange Gleis auf Schäden untersucht und Wurzelstöcke im Bereich der Schienenköpfe entfernt.
Unterstützt wurde ich gegen Mittag von Franz, mit ihm wollte ich eigentlich die 2 Garnituren umrangieren und unseren KLV-53 nach vorne fahren, benötigen wir doch diesen zum Entfernen der Wurzelstöcke.
Mittlerweile war ein wesentlich größerer zweiter Trupp, bestehend aus Bernd, Eberhard, Christian, Benedikt, Paul und Silvia, unter der Leitung von Hans aufgebrochen, um die Wagen im Ostbahnhof auf die Lauffähigkeit vorzubereiten. Hier mussten unter anderen die Puffer geschmiert und Kupplungen gangbar gemacht werden, Schläuche geprüft und viele andere Arbeiten an den Wagen ausgeführt werden.
Das Vorbereitungskommando oder
„Wir sind die Leute vor denen uns unserer Eltern immer gewarnt haben“!
Unsere Rangieraktion mit Franz musste ich zwischenzeitlich abbrechen, weil die Akkus nicht die Kraft hatten, den Kaelble-Motor unserer 323 auf Drehzahl zu bringen.
Da zum Kaffee alle Beteiligten anwesend waren, nutzte ich die Stärke und forderte zum Ausladen der Fernsprechbude auf. Dies war aber nicht so einfach wie gedacht. Nachdem wir die Bude bis auf 40 cm aus dem Hänger geschoben haben, jammerten die 3 Träger beim Dach über dessen hohes Gewicht und ließen diese recht unsanft nieder. So standen wir nun da, das Dach der Bude stand auf der Erde auf, die restlichen paar cm lagen noch im Hänger. Der nächste Plan war, seitlich aufzuheben und mit dem Anhängergespann nach vorne zu fahren. Da ich einer derjenigen war, die anheben „durften“ wiesen wir Silvia zum Vorfahren mit dem Gespann an.
Wir hoben schon fleißig an, gaben das Kommando zum Vorfahren, der Motor lief, aber nichts ging. Lag es am Schminkspiegel, den Silvia in meinen Wagen entdecke , oder an anderen Schnick-Schnack, aber nach einer gefühlten halben Stunde konnten wir die Vorwärtsbewegung endlich bemerken und so ließen wir die Bude endlich ab. Im Abschluss wuchteten wir dieselbe an Ihren Standplatz neben dem Signal.
Am folgenden Samstag traf ich mich mit Franz und so montierten wir zuerst mal die geladenen Akkus in die Batteriekästen der 323. Nachdem auch die gesamten Polverbindungen sauber geschliffen wurden, war der nachfolgende Startversuch erfolgreich und so murmelte unser 6-Zylinder brav vor sich hin. So wurde im Anschluss unsere Schrottag sowie ein Flachwagen im „Grünen hinterstellt und gesichert. Nachdem auch der KLV 53 angesprungen war, wurden auch die störenden Paletten und Kisten zwischen den Gleisen verladen. Um 12:00 waren wir fertig und hatten gut 20 Liter Diesel verbraucht.
Am folgenden Donnerstag, den 19.5. war der Termin für die Fahrzeugüberführung angesetzt. Hans hatte wie oft den organisatorischen Teil durchgeführt und so war eine V100 der MWB pünktlich um 16:00 vor Ort, um die 4 Wagen (3 3yg sowie ein G-Wagen) abzuholen.
Die Garnitur steht abfahrtbereit im Ostbahnhof
Nach kurzer Absprache verschwand ich im Ostbahnhof, war doch die Betreuung durch unseren Verein durch Paul und Gerd vor Ort sicher gestellt. Selber hatte ich mich mit Hans und Franz im Hafen verabredet, war doch zum Hinterstellen der Wagen unsere Köf II notwendig. Franz hat bereits die 323 646 bis zur versperrten Weiche bei der Fa. Pöppel vor gefahren und auf „Betriebstemperatur“ gebracht .
„Der Rangiermeister“
Ankunft unserer Neuerwerbungen im Hafen
Nun war Warten angesagt, erst um 17:30 konnten wir die blaue V100 der MWB sichten und nach kurzer Absprache mit allen Beteiligten (Die V90 der DB war auch im gleichen Gleisstrang unterwegs) wurde festgelegt, daß der Lokführer der MWB die Garnitur über den Bahnübergang des Pöppel-Parkplatz zieht, wir im Anschluß mit unserer 323 646 auf den Schluß fahren und die 4 Wagen im Gleis hinterstellen.
323 646 der RSWE hat den Zug übernommen
Dank eingespielten Team (Franz war am Regler der Köf, ich durfte kuppeln, die MWB-Mannschafft war beim Kuppeln dank Routine extrem schnell), so waren die 4 Wagen in kürzester Zeit im Gleis hinterstellt , die Weiche wieder gesichert.
Im Anschluß wollten wir noch den G-Wagen an der Rampe abstellen und die 3 Bauzugwagen noch hinter dem KLV abstellen.
Bei der Rangierarbeit merkte ich ein Stottern, bzw, klappern des sonst ruhig laufenden Kaelble-Sechszylinders unserer Köf 2, was ich sofort mit einem '“Abstellen“ an Franz meldete. Hintergrund war, dass mir bewusst wurde, dass der Motor allmählich zu wenig Sprit bekam und ein erneutes Entlüften der Einspritzpumpe wollte ich vermeiden. Peinlich bei der Aktion war, dass unsere Rangierlok genau auf der Weiche zu bocken begann und so holte ich kurzfristig 40 Liter von der nahe gelegenen Tankstelle. Nach „Fütterung“ wurde die Arbeit vollendet und so war um 19:00 „Feierabend“, welchen wir mit der MWB-Mannschaft verbrachten, die im übrigen interessante Geschichten erzählen konnte.
Schon ist die Fuhre aufgeräumt
Am folgenden Freitag den 20.5.11 war Hans, Bernd, Franz und Christian erschienen, um erste Sicherungsmaßnahmen am Neuerwerb durchzuführen.
Auch die jüngsten Mitglieder helfen mit
Vorstand und Kassier bei der Bestandsaufnahmen
Hier wurden zum einen der Fensterausbau geprobt, war doch eine der Klarsichtscheiben gebrochen. Außerdem wurde das sichere Verschließen der Wagen sichergestellt.
Hans hatte sich mittlerweile am Dach zu schaffen gemacht, waren doch im Bereich der ehemaligen Öfen einige Undichtigkeiten festzustellen. Außerdem wurde gleich Maß genommen um später Reparaturen durchführen zu können.
Sichtliche Freude über die Neuerwerbung
Aufnahmen: Thomas Mattusch, Hans Niederhofer, Bernd Heinrich, Paul Urbanowski